Dienstag, 14. Juli 2020 für eine philosophie der photographie

Die ein Bilder

  Die photographie als materialisierung des denkens; der gedanken, des gesprochenen. Die photographie als simulation der welt. Nicht der photograph ist der erzeuger einer photographie, eines bildes, sondern der apparat, die technik die dahinter steckt, besser dem apparat inneliegt. Also nicht wahrnehmung an sich, sondern programmierte wahrnehmung.

  Was sind wir also in der lage in einem bild zu lesen, zu sehen oder zu deuten? Eigentlich nicht mehr als die parameter und manipulationen welche zum bild geführt haben – mehr kann es auch nicht sein.

  Oder etwas anders ausgedrückt: was ist gegenstand der kritik. Es ist nicht ein etwas sondern eher das wie, das sich einer kritik aussetzt. Es ist also nicht eine sache oder ein ding, sondern ein sachverhalt der zum gegenstand der kritik wird.

  Damit sagen wir zugleich auch, dass eine photographie kein «ab bild» der welt sein kann – nicht einmal ausschnittsweise. Photographieren, überhaupt jedes – sagen wir es einmal so – «Medialisieren» ursprünglicher bilder ist nicht ein abbilden oder beschreiben, sondern ein erzeugen einer welt. Sie wird jeweils aufs neu codiert – symbolisiert.

  Dies steht im krassen gegensatz zur allgemeinen tendenz, die photographieren als ein «bestreben nach einer möglichst objektiven, authentischen oder dokumentarischen reproduktion von welt und wirklichkeit, im ganzen wie im detail» sieht – sehen möchte.

Bild erzeuger
  Also nicht wahrnehmung an sich, sondern programmierte wahrnehmung.

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Letzte aktualisierung am Montag, 18. Februar 2008